Einführung
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Getöpfertes römisches Glas

Erstaunlicherweise ist eine in der Antike häufig verwendete Technik des Glasformens in Vergessenheit geraten: Das Glastöpfern. Glas besitzt richtig temperiert zähflüssigen Charakter, der ein Verformen ermöglicht. In Verbindung mit der klassischen Drehscheibe lassen sich interessante Stücke fertigen. Die frühe Geschichte antiken Glases ist ein Nebeneinander von Keramik- und Glastöpfern. Kein Wunder, dass viele Formen parallel ausgeführt wurden. Erst im späten Hellenismus entwickeln Glaskünstler eine neue und nur für dieses Material adäquate Formensprache. Getöpferte Stücke sind meist von kräftiger Wandung und weisen gerundete Kanten auf, für Gebrauchsglas ideale Eigenschaften.
La Graufesenque: Wichtigstes Zentrum in Südgallien. Protosigillata wurde dort ab 20 vor Chr. erzeugt, Sigillata nach italischem Vorbild ab 10 vor Chr. In den 20er und 30er Jahren expandierte der Vertrieb und belieferte den gesamten Nordwesten des römischen Imperiums. In den 60er Jahren kam es zu einem Gesamtumbau der Produktionsstätten mit anschließendem Qualitätsverlust. Zwischen 100 und 120 n.Chr. brach der Export zusammen. Die Ursachen sind in der schlechten geographischen Anbindung an die wichtigen Märkte und eventuellem Holzmangel zu suchen. Im 2. Jh. kommen neue Produktionszentren, die La Graufesenque den Rang ablaufen. Die strategische Lage an der Tarn war offenbar nicht gut und die Transportwege zu aufwändig. Der Standort an der Tarn versinkt in Bedeutungslosigkeit und viele Töpfer wandern ab. Diese Wanderbewegung lässt sich in einigen Fällen noch nachweisen.
In der gesamten Kaiserzeit spielte lokale Ware ein große Rolle. Auch wenn diese oft nicht Exportqualität erreichte, dürfte der Preis den Ausschlag gegeben haben.
Römisches Mosaikglas besteht in der einfachsten Ausprägung aus gleichartigen Elementen. Meistens werden 2 oder 3 verschiedenartige Elemente verwendet und somit eine lebhafte Struktur erzielt.
Die Datierung der Gruppe bereitet erhebliche Schwierigkeiten. Offenbar wurden über einen langen Zeitraum sehr ähnliche Stücke erzeugt.
Formenspektrum:
Isings 1 niedere Rundwandschale
Isings 2 Schalen mit eingeschnürter Wand
Isings 3 Rippenschale
Isings 12 Kugelige Schale
Pyxis
Mille-Fiori-Glas: Die wenig scharfe Bezeichnung definiert eigentlich keine eigene Gruppe. Strukturell handelt es sich um "einfache" Mosaikgläser, die aus mehrfarbigen rundlichen Stangen- abschnitten zusammengesetzt wurden. Die bim Eintöpfern unvermeidliche Dehnung belebt vorteilhaft. Die kleine Gruppe ist nicht einheitlich datiert.
Achatglas: Durch besonders geschicktes Auslegen (oder Spritzen?) der Glasmasse konnte eine begehrte und besonders wertvolle Optik erzielt werden. Diese Stücke imitieren die extrem teuren Achatgefäße. Hellenistische Vorläufer werden ins 2.Jh.v.Chr. datiert, römische Stücke sind julisch-claudisch.
Reticellaglas: Hier handelt es sich um eine dem Mosaikglas ähnliche Technik. Als Besonderheit werden die Formen aus gedrehten Glasfäden aufgebaut und in Form getöpfert. Dies erfordert viel Geschick, Präzision und Schnelligkeit. Die Stücke datieren meist aus dem 1.Jh.v.Chr.
Rippenschalen (Form Isings 3) waren zwischen 100 vor und 130 nach Chr. sehr beliebt. Die Glasmasse wurde um einen gewölbten Kern getöpfert und von oben her mit Hölzern zu Rippen gedrückt. Zuletzt wurden die Rippen am Schalen- rand plangedrückt.
Frühe Stücke sind nur manchmal mehrfarbig, meist jedoch von kräftiger Farbe, später ganz überwiegend transparent weißlich-grün.
Im 1.Jh. werden Rippenschalen kopiert. In diesen Fällen handelt es sich um geblasenes Glas (zarte Rippenschalen).
Gewöhnungsbedürftig ist die Vorstellung, Rippenschalen wären als Trinkschalen benutzt worden. Besonders die flache Variante (Isings 3a) ist als Trinkgefäß unhandlich. Bei den tendenziell späteren naturfarbenen Stücken überwiegt die hohe Ausführung (Isings 3b). Die Luxusvariante früher Rippenschalen wurde aus Mosaikglas gefertigt. Es handelt sich um die flache Form Isings 3a. Meist wird eine Datierung tiberisch-claudisch vorgenommen.
Durch die spezielle Glasstruktur ist bei diesen Schalen die Herstellungstechnik besonders gut erkennbar.

Während man früher davon ausging, dass aus einem zweilagigen Glas (Überfangglas) die weiße Deckschicht durch Schliff in Form gebracht wurde, weiß man es heute besser: Zuerst wurde ein Gipsmodel mit sehr feinem Relief erstellt. Die Vertiefungen füllte man dann mit weißem Glaspulver und töpferte zuletzt den blauen Grund darüber. Die zähe Glasmasse war heiß genug, um das weiße Glaspulver anzuschmelzen. Auf ein die damalige Technik überforderndes Schliffverfahren konnte so verzichtet werden. Die sogenannte Portlandvase im British Museum als wohl berühmtestes Stück ihrer Gattung zeigt exemplarisch die Herstellungstechnik. Die reliefierte Zone war über ein bestimmtes Maß hinaus nicht töpferbar. Der Künstler hätte die "verhungerte" Oberkante sicher gerne vermieden.

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