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römische Wandmalerei

Wie so oft ist eine vermeintliche römische Errungenschaft in Wirklichkeit eine griechische Erfindung. Bereits im 4.Jh.v.Chr. versuchte man in Griechenland, durch Ritzungen im frischen Putz hochwertige Quader-mauerstrukturen zu imitieren. Dies wurde noch von Vitruv als Stil der "Alten" beschrieben. Ab dem 3.Jh.v.Chr. sind in Festsälen prächtige Pseudo-fassaden von einigen Metern Höhe mit Stucksimsen und Marmorplatten imitierendem gefärbten Glanzstuck nachgewiesen.
Seit der Einnahme von Syrakus 212 v.Chr. und der Unterwerfung und Plünderung Griechenlands werden griechische Dekorationssysteme von den Römern übernommen. Die ältesten römischen Beispiele datieren wie die Casa del Fauno in Pompeji aus dem frühen 2.Jh.v.Chr.
Ab dem späten 2.Jh.v.Chr. kommt es zu einer dramatischen Entwicklung der Wandmalerei. War anfangs die Wand als ausdrücklich geschlossene Fläche definiert, beginnt man mit Perspektive zu experimentieren. Wurden Quader bisher durch Stuck dreidimensional definiert, so setzt man jetzt auf rein malerische Mittel, z.B. Licht- und Schattenkanten. Nun kommt man bei den senkrechten Linien nicht umhin, sie Licht oder Schatten zuzuordnen. Dies führt kaum merklich zu perspektivischer Lichtführung.
Auf hohem Sockel stehende Säulen gliedern die Wände und geben Tiefe. Die meist korinthischen Säulen werden perfekt dreidimensional dargestellt.

Ab dem frühen 1.Jh.v.Chr. werden Girlanden in das Dekorations-system integriert. Sie geben dem Raum nicht nur festliches Gepräge, sondern auch zusätzliche Illusion von Tiefe.

Die Qualität der Marmor- imitationen erreichte im 1.Jh.v.Chr. ein hohes Niveau, wobei man anfangs meist bekannte - aber teure - Sorten darstellte.
Zunehmend versuchte man sich an der Darstellung von Fantasie- marmor, welcher bisweilen den Charakter von Halbedelsteinen erreichen konnte.
Das Ende der Entwicklung der immer noch betont geschlossenen Wand wird in der Mitte des 1.Jh.v.Chr. erreicht. Zahlreiche hochwertige Marmorquader mit mehrfachen Einfassungen scheinen nun die durch dreidimensional gemalte Säulen, aufwändige Simse und Kassettendecken gegliederte Mauer zu bilden.
In der Folge erhält die im übrigen immer noch geschlossene Wand Tiefe und es kommt zu ersten Trompe-l´Oeil Darstellungen. Die einfache Zentralperspektive geht stets von der Wandmitte aus.
50 v.Chr. sind die Möglichkeiten der geschlossenen Wand aus-gereizt. In der Folge werden Versuche unternommen, durch Scheindurchbrüche neue Raumerlebnisse zu erzielen.
Die Entwicklung führt zu spektakulären Scheinfassaden mit perspektivischen Ausblicken. Die Mittelzone wird dominant; der symmetrische Aufbau bleibt obligatorisch.
Bald kann von einer Mauer im herkömmlichen Sinn nicht mehr gesprochen werden. Eine riesige Säulenreihe gibt Durchblick auf ein großformatiges Bauwerk mit Ädikula.
Zunehmend wird mit Scheinarchitektur, dreidimensionalem Aufbau und oft überzogenen Dimensionen gespielt. Hier manifestiert sich das übersteigerte Prestigedenken der späten Republik.
Die kürzlich aufwendigst restaurierten Wandgemälde des Augustushauses auf dem Palatin beeindrucken durch die Leuchtkraft ihrer Farben. Nicht zu übersehen ist der Versuch, zu "klassischen" Strukturen zurück zu kehren. Perspektive wird auf das Maß des frühen 2. Stil reduziert, teilweise fast aufgegeben.
Der durchaus beabsichtigte "klassische" Eindruck, hervorgerufen durch übersichtliche, gut proportionierte Flächenteilung bricht mit den übersteigerten Proportionen von Oplontis. Diese Wandgestaltung soll Würde und Integrität des Besitzers dokumentieren.
Wo es hingehen sollte, wird nun erkennbar. Versucht wurde, den Verzicht auf perspektivische Tiefe durch exquisite Ornamentik, phantastische Details und perfektes Flächenmanagement aufzuwiegen.
Erstaunlicherweise nahm Augustus offenbar keinen Anstoß an der neu aufkommenden (Un-)Sitte, irreale Darstellungen zu integrieren. Die im Palazzo Massimo in Rom ausgestellten Räume der Villa Farnesina entsprechen recht detailliert den bei Vitruv nachzulesenden Malereisünden der Zeit.
Ab 20 vor Chr. kommt es zu einem Stil-wandel. In der Folge der von Augustus proklamierten "neuen Bescheidenheit" verschwinden grandiose Scheinarchitektur und weite Durchblicke. Die Dekoration wird zum Ornament. Ruhige Flächen werden von zarten Strukturen gegliedert.
Luxus und Prestige zeigen sich nun im exquisiten Detail. So kommt es zu einem Höhepunkt der Miniaturmalerei. In die Aera des Augustus fällt eine auch in der Wandmalerei erkennbare Mode: Alles Ägyptische gilt als chic, geheimnisvoll und weltläufig.
Die Wandgliederung der späten Republik wird grundsätzlich beibehalten. Auf einer stets dunkel gehaltenen Sockelzone folgt eine in ruhige Flächen geteilte Mittelzone mit zentralem Bild oder kleinen, schwebenden, figürlichen Darstellungen. Die hellgrundige Oberzone wird feiner gegliedert. Eine strikte Symmetrie ist zu beobachten.
Die späthellenistische Malerei der späten Republik als Produkt einer schlechten, überwundenen Zeit wurde zumindest vom Kaiserhaus abgelehnt. Kunst der "guten alten Zeit" wurde als staatstragend und moralisch propagiert. So kam es zu einer klassizistischen Renaissance, deren Folgen für die Raumkunst nicht zu übersehen sind.
Der Übergang vom sogenannten 3. zum 4. pompejanischen Stil ist fließend. Zu Beginn er Kaiserzeit Neros stellen sich die Räume wieder stärker dekoriert dar. Perspektive wird durch Ornament ersetzt.
Der neue Stil zeigt sich in einem vorsichtigen Beginn, eigentlich dreidimensionalen Elementen wieder Perspektive zu geben. Vorerst ändert sich jedoch nichts an dem zweidimensionalen Gesamteindruck.
Die Wandfläche in der Mittelzone wird wieder geöffnet. Die Durchblicke halten sich in klaren Grenzen; zudem wird eine naturalistische Darstellung vermieden. Es ist immer eindeutig, dass es sich um dekorative Elemente handelt.
Die Gesamtfarbigkeit nimmt zu, die fast aufgegebenen Marmorimitationen werden wieder eingesetzt. Pracht ist wieder vorzeigbar.
Die vom dritten pomp. Stil übernommene Praxis, Kopien berühmter Tafelbilder einzufügen, bleibt erhalten. Weitere oft mehrfarbige Flächen auch in der Sockelzone bereichern.
Der 4. pompejanische Stil wurde lange Zeit als dekadent abgewertet. Grund für diese heute revidierte Beurteilung ist die meist phantastische Vermischung von reinen Dekorelementen und über-steigerten pseudo-naturalistischen Strukturen. Nichts ist hier unmöglich! Man kann teilweise durchaus von surrealistischer Malerei sprechen.

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