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römische Klinen - Liegen der Römer, lectus,sigma,grabtus

Hatte man sich in der griechischen Klassik um das Thema Kopfstützen wenig bemüht, ging man im Hellenismus neue Wege. Mit der Entwicklung des Fulcrums wurde die Kopfseite der Liege betont und der Komfort verbessert. Die seitlichen Wangen waren oft aus Bronze oder mit Holzschnitzereien versehen. Nach wie vor war die Matratzenauflage plan. Man verzichtete auf die Möglichkeit, durch einen Bettrahmen ein Verrutschen der Auflage zu verhindern. Die Klinenbeine blieben hoch und wurden je nach Vermögen zunehmend aufwändig ausgeführt. Eine Querverbindung der Beinpaare an den Klinenenden diente der Stabilisierung. Sie ist oft zu beobachten.
lecti punicani - Die einfache Version komplett aus Holz gefertigt wurde schon in der späten Republik als besonders schlicht eingestuft. Als Q. Aelius Tubero für seinen verstorbenen Onkel Scipio 129 v.Chr. das Leichenmahl ausrichtete, ließ er ausschließlich lecti punicani aufstellen. Kritiker stritten noch zweihundert Jahre später ob dieses Verhalten lobenswerte Sparsamkeit oder verachtenswerter Geiz sei.
Wertvoller waren Klinen aus Bronzeguss. Exemplare von Delos (lecti Deliaci) sollen besonders gut gewesen sein. Der Ritter Carvilius (Sullazeit) soll seine Klinen mit Gold- und Silberplättchen überziehen haben lassen. Bis zur Kaiserzeit wurden in aristokratischen Kreisen versilberte Klinen üblich. Auch Stücke aus massif Silber soll es gegeben haben, ebenso vergoldete Exemplare. Der Besatz mit Edelsteinen ist von Plinius d.Ä. überliefert.
Häufig furnierte man Klinen mit Edelhölzern, berühmt der Afrikanische Zitrusbaum. Besonders Hölzer mit lebhafter Maserung waren begehrt. Martial nennt ein Pfauensofa (lectus pavoninus). Hier könnte es sich um Wurzelfurnier handeln, welches schön Plinius d.Ä. als canda pavonis - Pfauenrad bezeichnet. Klinen wurden auch mit Elfenbein und Schildpatt belegt. Mitte des 1.Jh. entdeckte man, dass sich Schildpatt einfärben ließ. Das Ergebnis soll wie Edelholz ausgesehen haben. Plinius d.Ä. meint: "... gab sich der Luxus mit Holz nicht zufrieden, jetzt macht er Holz auch aus Schildpatt." Der Wechsel der Bauart hin zu Klinen mit Kopfteil vollzieht sich sehr langsam. Zu allen Zeiten sind Ausführungen ohne Kopfstütze anzutreffen. Bei den Rekonstruktionen überwiegen Gurtenbespannungen. Die Auswertung der Möbel von Herculaneum zeigt ein anderes Bild. Bei dort untersuchten Klinen lag die Matratze stets auf einem stabilen Lattenrost.
Aus einem im 1.Jh.v.Chr. gesunkenem Schiff wurden Klinenreste geborgen. Ein recht ähnlicher Fussaufbau ist auf vielen Klinenabbildungen der frühen Kaiserzeit erkennbar. Großer Aufwand wurde mit den Wangen der Kopflehnen getrieben. Diese waren nicht durch Textil verdeckt, sondern bestens sichtbar. Mit wertvollen Bronzearbeiten, Intarsien, Elfenbein-reliefs etc. konnte man an dieser Stelle besonders gut Wohlstand und Geschmack beweisen.
In der Literatur sind Elfenbeinklinen lecti eburnei) gut belegt. Abgesehen davon, dass der konstruktive Kern auch hier aus Holz mit Metall- oder Hartholzkern bestand, ergaben Untersuchungen, dass der wirkliche Anteil an Elfenbein eher gering war. Da sich poliertes Bein von teurem Elfenbein optisch nur durch das mögliche Format unterscheidet, wurden konsequent alle kleinen Teile aus Bein gefertigt und lediglich große Reliefs als Elfenbeinnachweis eingebaut.
Eine umfangreiche Fertigung scheint es in Mittelitalien gegeben zu haben. Die Klinen wurden als Luxusgüter auch in entfernte Provinzen gebracht. Die Grabkline im Museum Madalloni (Kampanien) wird ins 1.Jh. datiert. Die Klinenbeine waren komplett mit Reliefs aus Bein verkleidet. Vom kaum erschwinglichen Elfenbein keine Spur. Der Arbeitsaufwand war auch so schon erheblich.
Im 1.Jh. setzt sich im Triclinium ein neuer Liegentyp durch. An den Beständen von Herculaneum entfällt der Hauptanteil auf ihn. Die neuen Liegen besitzen auf drei Seiten eine 40 - 50 cm hohe Wandung, welche zu einer offenen Kastenform führt. Die Betonung des Kopfteils der alten Fulcrumkline entfällt. Jede Liege wirkt als ein in sich geschlossenes Stück. Die unverzierte Rückseite setzt eine Platzierung an der Wand voraus. Die in den Vesuvstädten bekannt gewordenen Maße liegen zwischen 106 x 204 cm und 144 x 245 cm. Die übliche Größe lag bei ca. 215 x 115 cm.
Bereits in Herculaneum werden Kastenklinen auch als Biclinia angetroffen, also für Anlagen aus lediglich zwei Liegen. Unklar aber naheliegend ist dabei die Ergänzung der dritten Seite mit Stühlen.
Erhaltene Kastenklinen sind durchwegs schwer gebaut. Die Matratze liegt nicht auf Gurten, sondern auf massiven Holzrosten. Kastenliegen sind mit gerader, einfach und zweifach geschweifter Wandung bekannt. Die Form war aufwandbedingt eine Geldfrage. Tendenziell kann mit Ausführungen geschwungener Wandung im Speisesaal gerechnet werden. Bei Klinen mit gerader Wandung ist der Einsatz als Bett im Schlafzimmer wahrscheinlicher. Die großen, gut sichtbaren Wandungen wurden gerne geschmückt. Bekannt geworden sind Funiere, Appliken aus verschiedenen Metallen wie Bronze, Kupfer und Silber, Verzierungen aus Elfenbein und Bein, sowie Schildpatt. Auch Malereien in geometrischen Mustern wurden nachgewiesen.







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