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römische Möbel

Frühe römische Speisetische waren wie ihre griechischen bzw. etruskischen Vorbilder rechteckig. Mit der Einführung des hellenistischen Tricliniums werden runde Tische üblich. Der römische Tricliniumstisch (mensa) ist meist dreibeinig mit runder Platte. Der Durchmesser schwankt ganz erheblich. Dies liegt an der Entwicklung der Klinenanlagen. War bei einer kleinen Anlage nur ein zentraler Tisch vorgesehen, besaß dieser eine gewisse Größe. Bei großen Anlagen stand vor jeder Kline ein Tisch. Dieser hatte dann nur den Bedarf für zwei bis drei Personen zu tragen und war meist leicht und zierlich gebaut. Tische aus Herculaneum sind ca. 60 cm hoch, selten höher. Sie sind mit 42 bis 61 cm Durchmesser auffallend klein. Vorteil dieser Bauweise war der bequeme mobile Einsatz. Zugleich wurde das oft wertvolle Bodenmosaik nicht unnötig verdeckt.
Nur in Ausnahmefällen sind Reste von Dechseleitungen aus Holz erhalten. Die Muffen bestanden hierbei aus Eisenblech oder Holz. Vermutlich war den Anteil der in dieser Technik erstellten Leitungen sehr viel höher, als es die Fundsituation zeigt.

Zur Holzpflege waren Ölpolituren aus Zeder, Rose, Wacholder und Olive bekannt. Wachs war als punisches Wachs bei der Wanddekoration im Einsatz, konnte als Holzpflegemittel bisher jedoch nicht nachgewiesen werden.

Während die Tischplatten oft aus griech. Ahornholz geschreinert waren, hatte die Oberschicht ihr Objekt der Begierde, die Tische aus Zitronenholz (Thuia articulata). Nicht zu verwechseln mit dem Holz vom Zitronenbaum. Dieses Holz wurde durch Raubbau im Lauf der Antike so selten, dass fast nur noch Furnierausführungen und Imitate auf dem Markt waren. Plinius schreibt von Tischen im Wert von über 1 Million Sesterzen - ein unglaublicher Betrag, ein Tisch-Wahnsinn (mensarum insana).

Cartibulum: Die Prestigetische in den "offiziellen" Räumen wie Atrium, Tablium und Peristyl sind oft rechteckig ausgeführt und bestehen aus zwei sehr massiven flächigen Tischbeinen und aufliegender Platte. Diese Tische waren keine Speisetische. Die Vorstellung von großen, üppigen Speisetafeln so legendär wie falsch.

Die Fulcrumkline: Hatte man sich in der griechischen Klassik um das Thema Kopfstützen wenig bemüht, geht man im Hellenismus neue Wege. Mit der Entwicklung des Fulcrums wird die Kopfseite der Liege betont. Die seitlichen Wangen sind oft aus Bronze oder mit Holzschnitzereien versehen. Nach wie vor ist die Matratzenauflage plan. Man verzichtet auf die Möglichkeit, durch einen Bett- rahmen ein Verrutschen der Auflage zu verhindern. Die Klinenbeine bleiben hoch und werden je nach Vermögen zunehmend aufwändig ausgeführt. Eine Verbindung von den Beinpaaren an den Klinenenden dient der Stabilisierung Sie ist oft zu beobachten. lecti punicani - Die einfache Version komplett aus Holz gefertigt wurde schon in der späten Republik als besonders schlicht eingestuft. Als Q. Aelius Tubero für seinen verstorbenen Onkel Scipio 129 v.Chr. das Leichenmahl ausrichtete, ließ er ausschließlich lecti punicani aufstellen. Kritiker stritten noch zweihundert Jahre später ob dieses Verhalten lobenswerte Sparsamkeit oder verachtenswerter Geiz sei. Wertvoller waren Klinen aus Bronzeguss. Exemplare von Delos (lecti Deliaci) sollen besonders gut gewesen sein. Der Ritter Carvilius (Sullazeit) soll seine Klinen mit Gold- und Silberplättchen überziehen haben lassen. Bis zur Kaiserzeit wurden in aristokratischen Kreisen versilberte Klinen üblich. Auch Stücke aus massif Silber soll es gegeben haben, ebenso vergoldete Exemplare. Der Besatz mit Edelsteinen ist von Plinius d.Ä. überliefert. Häufig wurden Klinen mit Edelhölzern furniert, berühmt der Afrikanische Zitrusbaum. Besonders Hölzer mit lebhafter Maserung waren begehrt. Martial nennt ein Pfauensofa (lectus pavoninus). Hier könnte es sich um Wurzelfurnier handeln, welches schön Plinius d.Ä. als canda pavonis - Pfauenrad bezeichnet. Klinen wurden auch mit Elfenbein und Schildpatt belegt. Mitte des 1.Jh. entdeckte man, dass sich Schildpatt einfärben ließ. Das Ergebnis soll wie Edelholz ausgesehen haben. Plinius d.Ä. meint: "... gab sich der Luxus mit Holz nicht zufrieden, jetzt macht er Holz auch aus Schildpatt." In der Literatur sind Elfenbeinklinen lecti eburnei) gut belegt. Abgesehen davon, dass der konstruktive Kern auch hier aus Holz mit Metall- oder Hartholzkern bestand, ergaben Untersuchungen, dass der wirkliche Anteil an Elfenbein eher gering war. Da sich poliertes Bein von teurem Elfenbein optisch nur durch das mögliche Format unterscheidet, wurden konsequent alle kleinen Teile aus Bein gefertigt und lediglich große Reliefs als Elfenbeinnachweis eingebaut. Eine umfangreiche Fertigung scheint es in Mittelitalien gegeben zu haben. Die Klinen wurden als Luxusgüter auch in entfernte Provinzen gebracht.

Im 1.Jh. setzt sich im Triclinium ein neuer Liegentyp durch. An den Beständen von Herculaneum entfällt der Hauptanteil auf ihn. Die neuen Liegen besitzen auf drei Seiten eine 40 - 50 cm hohe Wandung, welche zu einer offenen Kastenform führt. Die Betonung des Kopfteils der alten Fulcrumkline entfällt. Jede Liege wirkt als ein in sich geschlossenes Stück. Die unverzierte Rückseite setzt eine Platzierung an der Wand voraus. Die in den Vesuvstädten bekannt gewordenen Maße liegen zwischen 106 x 204 cm und 144 x 245 cm. Die übliche Größe lag bei ca. 215 x 115 cm. Bereits in Herculaneum werden Kastenklinen auch als Biclinia angetroffen, also für Anlagen aus lediglich zwei Liegen. Unklar aber naheliegend ist dabei die Ergänzung der dritten Seite mit Stühlen. Kastenliegen sind mit gerader, einfach und zweifach geschweifter Wandung bekannt. Die Form war aufwandbedingt eine Geld- frage. Tendentiell ist mit Ausführungen mit geschwungener Wandung im Speisesaal zu rechnen. Bei Klinen mit gerader Wandung ist der Einsatz als Bett im Schlafzimmer wahrscheinlich.

Sigmaform: Aus dem System zusammenhängender Klinen entwickelt sich ab dem 1.Jh. die bis ans Ende der Antike übliche Form eines mehr oder weniger geschlossenen Hufeisens (Sigma).
Die Vorteile der neuen Form:
Die Größe ist beliebig
Die Anzahl der Gäste flexibel
Sichtkontakte optimiert
Service von innen möglich

Die Sigmaform ist in den Vesuvstädten nur einmal vertreten und kommt auch im 2.Jh. eher selten vor. Im dritten bis fünften Jahrhundert wird diese Variante zur Modeform. Dies hat sogar bauliche Konsequenzen, Speisesäle werden mit großen Apsiden für Stibadia gebaut. Bedeutende Anlagen wie das Haus des Bacchus in Cuical besaßen 7 Apsiden für 50 Gäste. Im Gegensatz zu den zeitgleich verbreiteten Kastenklinen sind bei der Sigmaform keine Rückwände bekannt.

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