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römisches Mosaik

Ein großer Teil alten Böden (pavimenti) bestand aus gestampftem Lehm. Wirtschaftsräume und Küchen waren auch in guten Bürgerhäusern damit ausgestattet.
Die wichtigeren Räume versah man gerne mit gegossenen Böden (Estrich).
Bei einem mehrschichtigen Aufbau wurde eine Basis durch Pflasterung, Steinbelag oder Mosaiken veredelt. Vor allem in den nördlichen Provinzen dürfen Holzböden vermutet werden.
opus signinum bezeichnet einen wasserdichten Estrich aus groben und feinen Sandsorten, Mörtel, Ziegelmehl in Verbindung mit Terracotta oder Keramikfragmenten. Zwischen dem 1.Jh.vor und dem 2.Jh.n.Chr. waren diese Böden beliebt.
Ein Lehmboden mit eingedrückten Tesserae sah nett aus und war relativ einfach zu erstellen.Kombinationen aus Lehmboden und Mosaiken können prächtige Flächen bilden und waren dennoch weniger aufwändig als reine Mosaikböden.

Bildmosaik war zu allen Zeiten die Ausnahme. Die großen Flächen wurden stets mit in der Gegend vorkommendem Gestein belegt. Wohl aufgrund der Lichtverhältnisse überwiegen helle Farben von beige bis weiß. Als Kontrastfarbe wird schwarz verwendet und damit die Fläche mit Streifen, Kassetten etc. gegliedert.
Schwarz-Weiß-Mosaik scheint in der direkten Nachfolge griechischen Kieselmosaiks zu stehen. Durch die gebrochenen Tesserae sind jedoch viel bessere Möglichkeiten feiner Durcharbeitung gegeben. Die Beschränkung auf 2 Steinsorten war auch eine Kostenfrage. Vielfarbige Mosaike setzen aufwändige Materialbeschaffung voraus. Meist musste man sich mit Stein aus der Region begnügen. Auch wenn ein genereller Trend zu Mehrfarbigkeit erkennbar ist, bleibt das Schwarz-Weiß-Mosaik bis ans Ende häufig.
Die ins 3. Jh.v.Chr. datierten hellenistischen Mosaike von Morganinta (I) besitzen auf überwiegend hellem Grund die weiter verfeinerten Motive griechischer Kieselmosaike. Die neue Tesseraetechnik mit zugerichteten Steinchen wird nun durchgängig verwendet, die Technik weiter verbessert, sodass noch im 3. Jh. sehr feine Mosaiken entstehen. Vor allem die zentrale Fläche festlicher Räume wird damit geschmückt.
Ab dem späten 2.Jh.v.Chr. kommt es zu einer dramatischen Entwicklung der Wandmalerei.
Mehrfarbiges Bildmosaik aus opus vermiculatum taucht bereits im hellenistischen Umfeld auf und erreicht schon im Lauf des 2.Jh.v.Chr. eine Perfektion, die später nicht mehr überboten wird. Als bedeutende Zentren in der frühen Phase werden Alexandria und Pergamon genannt. Die Größe der Tesserae liegt oft unter 1 mm², entsprechend vielteilig sind die Werke. Dies ermöglichte eine sehr detailreiche Durcharbeitung. Angestrebt wurde eine möglichst naturalistische Darstellung - sozusagen ein Foto in Stein.
Im zweiten Jahrhundert kommt es zu einer Weiterentwicklung des Bildmosaiks. Zunehmend werden Möglichkeiten ausgelotet, auch mit wenigen Tessellae ausdrucksstarke Darstellungen zu erzielen. Dabei wird das Phänomen des selbst mischenden Auge des Betrachters genutzt. Durch die gröbere Kallibrierung sind nun auch Bilder in der schnellen und günstigeren Technik des opus tesselatum möglich.
Bildmosaik in einiger Größe bei guter Qualität wird im 4.Jh. selten. Ein gutes Beispiel ist die riesige palastartige Villa Olmeda (E). Trotz großer mosaizierter Flächen finden sich nur im Festsaal ein Bildmosaik.

Kassettenstruktur: Die einfachste Struktur beruht auf einer Anordnung rechteckiger oder quadratischer Felder in Reihe. Die Schmuckfelder werden von Bändern, Ranken oder Zierstreifen eingefasst und verbunden. Diese Einteilung ist besonders dann ideal, wenn die Schmuckfelder andernorts vorbereitet werden sollen. Vorort ist dann nur die vergleichsweise anspruchslosere Arbeit mit der Einfassung nötig.
Sternförmige Kassettenstrukturen kommen im 2.Jh. in Mode und sind in vielen Varianten anzutreffen. Durch ein geschicktes Spiel mit Farben und Detailschmuck sind prachtvolle Werke möglich. Nicht zu verkennen ist die Anlehnung an die wertvolleren Marmorplattenböden.
Netzstruktur: Bei manchen, meist hellgrundigen Böden scheint sich ein dekoratives Netz über die gesamte Fläche auszubreiten. Ein zweiter Blick offenbart, dass es sich hier stets im einen modularen Aufbau handelt. Mit etwas Übung sind Böden dieser Art vergleichsweise schnell herzustellen. Die große Anzahl immer gleicher Elemente macht den Einsatz von Schablonen sinnvoll.

Römisches Mosaik besteht großteils aus Material der näheren Umgebung. Die benötigte Marmormenge lag bei der üblichen Verlegetechnik bei 30 bis 50 kg/m². Da kam schnell ein Gewicht im Bereich von Tonnen zusammen, sodass die Transportkosten eine bedeutende Rolle spielten.
Ein großer Teil wurde in einfachem Schwarz/Weiß gelegt. In der Kaiserzeit arbeitete man oft drei- oder vierfarbig.
Smalti sind nichts anderes als Farbglas in Form von Tesserae. Dies war von Anfang an eine luxuriöse Variante. Smalti wurden immer dann eingesetzt, wenn die gewünschte Farbe in Stein nicht zur Verfügung stand.
Gewisse Blau- und Grüntöne werden daher bereits in hochwertigen hellenistischen Mosaiken grundsätzlich in diesem Material ausgeführt. Die Farbpalette konnte so fast beliebig erweitert werden, gleichzeitig wurden auch leuchtende Farben möglich.

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