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römische glasierte Keramik
aus Gallien

Hauptformen

Vertet 60 Vertet 61 Pirling 8a glasierte Flaschen bauchige Becher Geene 13 hohe Becher Zweihenkelbecher Schweifhenkelbecher weitere TN Becher Vertet 63 Tierformgefäße

Herkunft

Glasurware aus Zentralgallien Südgallische Glasurware rheinische Glasurware späte rheinische Glasurware


römische glasierte Keramik aus Gallien, gallische Bleiglasurware der Römer

In Kleinasien war glasierte Ware in der hellenistischen Phase verbreitet, ab dem fortgeschrittenen 1.Jh.v.Chr. auch in Italien. Padanaware von ACO und einzelne Stücke wohl von der mittleren Rhone sind Vorläufer für eine zentralgallische Produktion bleiglasierter Ware. Während beispielsweise bei rotem Glanzton anfangs die Formen der Technikgeber übernommen wurden (Lyon, Graufesenque), überrascht die zentrallische Kollektion mit eigenständigen Formen. Aufwändig formgetöpferte Krüge, Flaschen und Becher betonen den Luxuscharakter dieser Gruppe.

Die glasierte Ware, überwiegend als Trinkgeschirr gebraucht, findet sich bereits in augustäischer Zeit und hält sich durch die ganze Römerzeit. Der Zweck: Das Durchsickern der Flüssigkeit durch den Ton zu verhindern, daneben - besonders in der Spätzeit bei schärferem Brand des Tons - als dekorative Verwendung, also Nutz- und Schmuckfarbe. Die Farbe der Glasur kann grün, braun oder gelb sein.

Ab der Zeitenwende wurden im Tal der Allier hochwertige bleiglasierte Keramiken hergestellt. Die Farbskala bewegte sich von honigfarben bis olivgrün. Bei heute weißen Flächen handelt es sich um verwitterte Glasur.

Im Gegensatz zur formgetöpferten Ware aus Kleinasien und Italien wurde bevorzugt die obere Körperhälfte formgetöpfert. Bei der Form Vertet 61 setzte man getrennt formgetöpferte Ober- und Unterteile zusammen. Vereinzelt arbeitete man mit Appliken- und/oder Barbotineverzierungen.

Die hohe Wertschätzung zeigt sich im Export in die gesamten NW Provinzen.

Im Rhonetal wurde ab der frühen Kaiserzeit bleiglasierte Keramik hergestellt. Die Abgrenzung zu einer in Norditalien angesiedelten Produktion ist unsicher und vor allem bei den Stücken aus Este (I) umstritten. Einige Unklarheit besteht offenbar auch bei der Datierung. Bei den Kelchen ist trotz eine Datierungsbreite von über 200 Jahre kaum eine Formentwicklung erkennbar. Korrekt wäre wohl eine allgemeine Datierung in das 1.Jh.

In Köln arbeitete bereits im 1.Jh. eine Töpferei mit Glasurtechnik. Bemerkenswert die gute Qualität der Glasur. Die Formensprache zeigt den Versuch, die elegante Formsprache aus dem Süden zu übernehmen.

Im Bereich Krefeld ist ein schönes Beispiel handwerklicher Wanderfreude zu sehen. Offenbar ist im 4.Jh. ein Keramiker aus Pannonien an den Niederrein gezogen und hat dort eine Werkstatt betrieben.