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römische Korbwaren - Flechttechnik der Römer

Der Gang durch Museen zeigt keineswegs einen repräsentativen Querschnitt dessen, was einmal war. Dies wird besonders bei Flechtware deutlich. Aufgrund der Vergänglichkeit des Materials haben sich nur in Ausnahmefällen Reste erhalten. Mosaiken und Malereien zeigen Verbreitung und Beliebtheit geflochtener Ware. Die gute handwerkliche Qualität ist nicht zu übersehen. Wie bei anderem organischen Material auch, ist die Situation der Erhaltung in Ägypten eine besondere und erhaltene Flechtwaren in den dortigen Gräbern gar nicht selten.
Sehr viel schlechter ist die Situation in den anderen Provinzen des römischen Reiches. Reste von Korbwaren sind bisweilen nachweisbar, Stücke mit guten Erhaltungszustand sind jedoch rare Ausnahmen.
Auch wenn das Grundmaterial für Flechtwaren nicht unbedingt kostbar genannt werden kann, hatten schöne Flechtwaren dennoch genug Prestige, um in Verbindung mit exotischen Lebensmitteln und gleichwertig mit den teuren Glaswaren auf Malereien dargestellt zu werden.
Einfache Korbwaren wurden auf vielen Landgütern für den Eigenbedarf gefertigt. So konnte man sich die Kosten für den Zukauf sparen.
"Auf wasserreichen, feuchten und schattigen Böden und unweit von Flüssen, dort soll man Weidenpflanzungen anlegen; und denke daran, dass Weidenruten entweder zu Hause verwendet werden oder dass man sie verkaufen kann ..."(Cato, De agri cultura 11)
" ... und an anderer Stelle muss man Pflanzen setzen, um Ruten zur Verfügung zu haben, woraus man Flechtwerk wie zum Beispiel Binsenkörbe, Worfelkörbe oder Matten herstellen kann. ... wo man Hanf, Lein, Binse oder Spart-gras anbaut, um daraus Sandalen für die Rinder, Schnüre, Stricke oder Seile zu flechten." (Varro 1;23;5f)
"Sehr trockene Plätze, an denen Weiden nicht fort-kommen, erheischen den Anbau von Ginster, der ziemlich feste und besonders biegsame Bänder liefert. Er wird aus Samen gezogen, nach dem Aufgehen als zweijähriger Busch verpflanzt oder am Ort gelassen; ist er über dies Alter hinaus, kann er Jahr für Jahr wie Getreide dicht über der Erde abgemäht werden. Sonstige Bänder, von der Brombeere zum Beispiel, erfordern mehr Arbeit, die man sich notfalls aber machen muss. Die Stangenweide verlangt etwa den gleichen Boden wie die Korbweide, wächst jedoch besser im Feuchten. Sie wird als Aststück gepflanzt und nach dem Austreiben auf einen Stamm geschränkt, wird häufig gehackt und von Unkraut befreit und ebenso wie der Wein der Nebentriebe beraubt, damit sie eher in die Länge als in die Breite geht. Bei dieser Kultur schneidet man sie erst im vierten Jahr. Pflanzt man die Weide an, um Bänder zu gewinnen, so kann man sie schon ein-jährig in Höhe von zweieinhalb Fuß köpfen, damit sie aus dem Stumpf ausschlägt und wie ein niedriger Weinstock Arme ausbildet. Ist der Boden trockener, so schneidet man sie allerdings lieber erst zweijährig ab." (Columella 4.31)

" ... nach Meinung des Atticus reicht ein Morgen Weiden aus, um fünfundzwanzig Morgen Weinland mit Bändern zu versorgen, ein Morgen Rohr, um für zwanzig die Joche zu liefern ... Weiden gedeihen am besten auf bewässertem oder sumpfigem Boden, nicht schlecht jedoch auch in ebenem Gelände, wenn es fett ist.
Das Land ist mit dem Bipalium umzugraben, denn die Alten schreiben vor, den zur Weidenpflanzung bestimmten Boden zweieinhalb Fuß tief zu lockern. Welche Sorte von Weiden man pflanzt, bleibt sich gleich, nur sollen die Ruten recht zäh sein. Drei jedoch hält man für besonders gut, die griechische und die gallische Weide sowie die sabinische, die die meisten nach der Stadt Ameria benennen. Die griechische ist goldgelb, die gallische hat sehr dünne Ruten schmutziger Purpurfarbe, die Ruten der amerinischen sind dünn und rötlich. Zur Anzucht werden entweder Äste aus dem Wipfel oder Aststücke verwendet. Die Äste sollen einigermaßen dick sein, jedoch den Umfang eines Zweiasstückes nicht überschreiten, und man setzt sie am besten so tief, dass sie bis zum festen Boden reichen. Aststücke von anderthalb Fuß werden in die Erde gesenkt und etwas angehäufelt. Bewässertes Land verlangt weitere Zwischenräume, dort pflanzt man richtig mit je sechs Fuß Abstand in versetzten Reihen; auf trockenem Boden wird dichter gepflanzt, jedoch so, dass die mit der Wartung betrauten Leute noch leicht heran können. Ein Reihenabstand von fünf Fuß genügt völlig, wobei indessen in der Pflanzreihe selbst die Stecklinget jeweils nur zwei Fuß Zwischenraum stehen. Man pflanzt sie vor dem Ausschlagen, solange sie noch schlummern, auch müssen sie trocken sein, wenn man sie vom Baum nimmt; schneidet man sie nämlich, nachdem Tau bekommen haben, so entwickeln sie sich nicht recht; Regentage wählt man deshalb nicht zum Weidenschneiden. In den ersten drei Jahren sollen Weidengehölze wie junge Weingärten öfter umgegraben werden, nach dem Heranwachsen haben sie an dreimaligem Graben genug; ohne das gehen sie schnell ein. Denn schon wenn man sie pflegt, sterben viele Weiden ab; an deren Stellen zieht man von den Nachbarpflanzen Absenker heran, indem man Zweigspitzen herunterbiegt und eingräbt, die alles Abgestorbene ersetzen sollen. Ein Jahr später wird dann der Senker von der Mutterpflanze abgeschnitten, um sich, wie der Weinstock, nun durch seine eigenen Wurzeln zu ernähren." (Columella 4.30)

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