Gallische Keramik der Kaiserzeit zeigt sich mit einer überbordernden Fülle an Material, Formen und Dekorationen. Einerseits werden dabei keltische Traditionsformen und -techniken fortgesetzt, andererseits kommen neue Formen vor allem aus Italien hinzu. Besonders auffallend ist das Aufkommen roten Glanztons, wie er bereits im späten 1.Jh.v.Chr. in Arezzo hergestellt wird. Dieses anfangs sehr fein gearbeitete Luxusgeschirr wird in augustäischer Zeit in Lyon perfekt kopiert. Bald kommt bei einer ganzen Gruppe von Fertigungsstätten in Südgallien mit dem Hauptort La Graufesenque zu großen Fertigungsmengen, die offenbar im Preis so weit unter der italischen Ware liegen, dass erfolgreich bis ins südliche Italien exportiert werden konnte. Das 2.Jh. ist durch den neuen Hauptort Lezoux mit einer großen Gruppe zentral-, später ostgallischer Produktionsstätten mit immer einfacherer und günstigerer Ware gekennzeichnet. Im fortgeschrittenen 2.Jh. kommt aus Rheinzabern eine riesige Menge roten Glanztons hinzu. Spätestens für diese Zeit kann roter Glanzton (TS) nicht mehr als exklusives Luxusgeschirr angesprochen werden. Auch wenn ein höherer Fertigungsaufwand und bisweilen nicht unerhebliche Transportkosten einen höheren Preis nach sich zogen, als dies für einfache lokale Ware der Fall war: Die letztlich an Haushalte verkaufte riesige Produktionsmenge dieser Zeit bedingte eine breit gestreute Distribution in allen Kreisen mit Geldeinkommen.

Im 3.Jh. verfällt die Qualität vor allem der formgetöpferen Ware zunehmend und man weicht auf andere Techniken wie Barbotine oder einfache Malerei aus. Der letzte Glanzton der NW-Provinzen stammt aus den Argonnen.

Ab dem 2.Jh. kommt es zum Aufstieg nordafrikanischer Ware. Im Gegensatz zur rheinischen Keramik fallen für die Mittelmeeranrainer nur mäßige Transportkosten an. Immer größere Kontingente überschwemmen bis ins 6.Jh. Spanien, Südgallien, Italien und den gesamten Osten.

Vermögende Haushalte hatten sich längst für andere Materialien entschieden. Glas war beliebt und ab dem 1.Jh. erschwinglich, Bronze und Silber hatten immer schon Prestige. Nicht zu unterschätzen ist auch der Anteil hölzerner Gefäße.

Karte gallischer TS Standorte

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