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römisches Atriumhaus - domus

römisches Atriumhaus









das altrömische Bürgerhaus

Als römisches Atriumhaus - domus - bezeichnet man einen Haustyp, bei dem die Räume um einen freien zentralen Hof angeordnet werden. Die Wurzeln sind bei den als Hofhaus bezeichneten Strukturen zu suchen. Anfangs lose Baukörper wurden zu geschlossenen Raumgruppen zusammengeführt. Den Hof überdachte man teilweise. Atriumhäuser wurden in etruskischen Städten mehrfach nachgewiesen. Sie konnten bis in das 6./5. Jh.v.Chr. zurück datiert werden.

Atriumstypen

Bei den in den Vesuvstädten erhaltenen Atriumhäusern ist der Typ längst standardisiert und bei Vitruv beschrieben. Kleine Atrien besaßen nun frei tragende nach innen offene Dachstühle. Bei großen Atrien stützten die in den Eckpunkten des frei bleibenden Innenraums (impluvium) platzierten Säulen das Gebälk. Die das Atrium umgebenden Räume öffneten sich zu diesem. Das hatte zur Folge, dass Fenster zur Straße wenig Bedeutung besaßen. Sie waren meist klein und oft vergittert. Derart nach außen geschlossene Häuser wirkten oft wie Festungen. Dies mag auch dem Sicherheits-bedürfnis geschuldet gewesen sein.

Atriumstypen nach Vitruv

Die Hofräume sind in 5 Arten unterschieden, die nach ihrer Gestalt tuskanisch, korinthisch, viersäulig, trauflos und überdeckt genannt werden. Tuskanisch sind diejenigen Höfe, bei denen die in der Breite des Atriums gelegten Balken Zwischenbalken und schräge, von den Ecken der Wände an die Ecken der Unterbalken laufende Kehlrinnen halten und ferner durch schräg nach unten gelegte Sparren der Abfluss des Regenwassers nach dem Compluvium in der Mitte erfolgt. Bei den korinthischen Höfen werden die Balken und die Dachöffnungen in der gleichen Weise hergerichtet, aber die von den Wänden herkommenden Balken werden ringsum auf Säulen gelegt. Viersäulige sind die, die durch an den Ecken unter die Balken gestellte Säulen den Balken Vorteil und Festigkeit bieten, weil sie weder selbst durch ihrer eigene Schwere Zug zu haben gezwungen sind noch von den Zwischen-balken belastet werden. Trauflose Höfe sind die, bei denen schräg aufwärts gerichtete Dachbalken eine aufwärts gerichtete Wasserauffangfläche tragen und so das Regenwasser zu den Wänden zurückführen. Diese sind ganz besonders bei Winterwohnungen sehr vorteilhaft, weil ihre nach oben gerichteten Compluvien die Beleuchtung der Speisesäle nicht behindern. Bei Unwetter haben sie jedoch große Nachteile, weil die Röhren, die das rings an den Wänden zusammenströmende Regenwasser zusammenfassen, das aus den Dachrinnen abfließende Wasser nicht schnell genug aufnehmen können, daher überfüllt über-fließen und bei solcher Art von Häusern das Holzwerk und die Wände schädigen. Ganz überdeckte Hofräume aber macht man dort, wo die Spannweite nicht groß ist und in dem oberen Stockwerk geräumige Wohnungen gebaut werden. (Vitruv, 6,3,1-2; Übersetzung C.Fensterbusch)

öffentliche Räume nach Vitruv

... in die Privaträume haben nicht alle Zutritt, sondern nur geladene Gäste, z.B. in die Schlafräume, Speisezimmer, Baderäume und die übrigen Räume, die gleichen Gebrauchszwecken dienen. Allgemein zugängliche Räume aber sind die, in die auch uneingeladen Leute aus dem Volk mit Fug und Recht kommen können, d.h. Vorhallen, Höfe, Peristyle ... Daher sind für Leute, die nur durchschnittliches Vermögen besitzen, prächtige Vorhallen, Empfangssäle, Atrien nicht notwendig, weil diese Leute anderen durch ihren Besuch ihre Aufwartung machen, aber nicht von anderen besucht werden. Die aber, die sich ländlichen Erzeugnissen widmen, in deren Vorhallen müssen Ställe, Läden, im Hauptgebäude selbst Gewölbe, Getreidespeicher, Lagerräume und andere Räumlichkeiten angelegt werden, die mehr auf die Aufbewahrung von ländlichen Erzeugnissen als auf geschmackvolles Aussehen ausgerichtet sein können. (Vitruv, 6,5,1-2; Übersetzung C.Fensterbusch)