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römische Türen und Raumteiler

Türen und Raumteiler1
Türen und Raumteiler2
Türen und Raumteiler3

Einordnung

Da fest mit dem Haus verbunden, gehören Türen und fest mir dem Haus verbundene Raumteiler nicht zum Mobiliar. Türen beeinflussen aber ähnlich wie Möbel den Charakter des Raums.
Wie Darstellungen der Römerzeit zeigen, war das Türblatt in Kassettentechnik aufgebaut. Sogar bei den hochwertigen Bronzekonstuktionen hielt man an diesem Design fest. Der Aufbau römischer Türen ist von den Griechen übernommen und in der attischen Vasenmalerei bis in das 5.Jh.v.Chr. zurück zu verfolgen.

Charakter

Abgesehen von der schieren Größe war auch die Oberflächenverarbeitung, je nach Finanzkraft des Eigentümers verschieden. Besonders schöne Stücke waren mit hochwertigen Holzschnitzereien versehen. Meist versuchte man, möglichst hohe, zweiflügliche Türen zu installieren. Die Proportion war sehr viel steiler als heute üblich. Beliebt waren Reihen großer Ziernägel und Löwenkopfbeschläge.

Beschrieb des Bauprinzips der Türanlage H2 der Hanghäuser von Ephesus:

Türen bestehen aus folgenden konstruktiven Elementen: dem Türstock mit Türschwelle und Türsturz, die den Anschlag für den oder die Türflügel bilden, einer Verkleidung oder Rahmung der Türlaibung, die auch verputzt sein können, und der Türrahmung, welche die Türöffnung von den angrenzenden Mauerpartien und deren Ausstattung absetzt. Das funktional wesentliche Element verschließbarer Türen sind die Türangeln, die zumeist aus Metall (Eisen oder Bronze) in die Türflügel nahe den Außenkanten eingesetzt wurden. Ihre halbkugel-förmige abgerundeten Enden drehten sich in den Türangellöchern oder Türpfannen, die in der Türschwelle und im Türsturz befestigt waren. Meist waren die Türstöcke und Türrahmen offenbar aus Holz gefertigt. Nur die Türschwellen bestanden in fast allen Fällen aus Marmor oder Kalktuff. Die Türstürze waren aus mehreren nebeneinander verlagten Holzbalken mit einem Querschnitt von 0,08-0,12x0,08-0,12m konstruiert. Ihre seitlichen Auflager sind oben an den Türöffnungen durch Balkenlöcher und Ausbrüche mit Mauerwerk rekonstruierbar, viele dieser Türstürze bzw. Überlager wurden modern rekonstruiert. Die seitlichen Türstöcke waren mit einem Zapfen immer in dem erhöhten Anschlag der Türschwelle fixiert. Sie fungierten als vertikaler Anschlag für die Türflügel, deren Angeln sich in den Angellöchern auf dem niedrigeren Auftritt der Türschwelle bewegen konnten. Der Türstock war sichtbar, er konnte mit Profilen etc. gestaltet sein. Der nächste Bestandteil der Türen ist der Türrahmen, der die Mauerlaibung verkleidete. Position und Breite ergeben sich oft durch unverputzte Wandstreifen. Bei vielen Türen sind die Türlaibungen unverputzt. Sie waren offenbar mit einer Holzverkleidung versehen. Diese war bei geöffneten Türflügeln verdeckt und nicht zu sehen.Ein weiteres Element der Türen sind die Umrahmungen. Ein Marmorstreifen von ca 0,30 m befand sich neben und oberhalb der Türöffnung. Über der Tür lag zusätzlich ein Gesims als Türverdachung. In weniger aufwändig ausgestalteten Räumen kann diese Umrahmung aus Stuck oder aus Holz bestanden haben. Ein Bestandteil der Türen war wohl ausschließlich aus Holz gefertigt, nämlich die Türflügel. Wie die Riegellöcher anzeigen, waren die Türflügel breiterer Türöffnungen mit zwei Flügeln versehen. Diese waren nicht immer symmetrisch, sondern manchmal auch in drei Partien geteilt. Geteilte Türflügel waren häufig als Klappflügel konstruiert, entsprechende Scharniere wurden gefunden. Die Breite der Türflügel war immer so gestaltet, dass sie der Tiefe der Türlaibung entsprachen, so dass die Flügel nie in den Raum hinein ragten. (nach Hilke Thür in "Wald- und Holznutzung in der Antike, 2017")