Griechische Keramik
gehört zu den am meisten bewunderten Hinterlassenschaften der antiken Griechen.
Besonders in Athen wurden im 6. und 5. Jh.v.Chr. ganz außergewöhnliche künstliche wertvolle Keramiken getöpfert.

Korinth, die Handelsmetropole am Istmos, war im 8. und 7.Jh. die große Konkurrentin Athens, besonders in der Produktion hochwertiger Tonwaren. Korinthische Stücke des 7.Jh. zeichnen sich durch modisches Design und Feinheit aus. Mitgeholfen am Erfolg hat sicher die allgemein gute Entwicklung der Stadt und ihrer Handelsverbindungen, denn Tonwaren wurden meist als Nebengüter verschifft. Korinth dominiert im 7. Jh. die griechische Keramikszene und exportiert beträchtliche Mengen. Man ist dabei so erfolgreich, dess es zu einem Rückgang der attischen Produktion kommt. Im 6. Jh. verliert Korinth als Handelszentrum an Bedeutung. Dies hat den Niedergang des Keramikexports zur Folge. Mit dem Übergang zur rotfigurigen Maltechnik Athens gerät Korinth auch handwerklich ins Hintertreffen und büßt seine überregionale Bedeutung ein.

Athens Keramik übernahm bereits in der geometrischen Phase die qualitativ und quantitative Führung. Nur zeitweise kam durch die Entwicklung regulierbarer Brennöfen in Korinth um 650 attische Ware ins Hintertreffen. Im fortgeschrittenen 7.Jh.v.Chr. gingen dadurch Marktanteile verloren, die Produktion sank. Mit der Entwicklung schwarzfiguriger Keramik begann im frühen 6.Jh. der Höhenflug attischer Keramik. Der kerameikos, das Töpferviertel Athens, wurde auf Jahrhunderte das Herz griechischen Keramikschaffens. Noch im 6.Jh.v.Chr. entwickelte man hier weißgrundige Ware sowie zeitgleich die sogenannte Six´sche Technik mit aufgesetzten Farben. Bedeutendste Neuentwicklung war jedoch ab ca. 530 v.Chr. die Einführung rotfiguriger Vasenmalerei. Das hohe Innovationstempo konnte von den konkurrierenden Städten nicht mitgegangen werden. Attische Ware erlangte in der Folge im Oberklassensegment Alleinstellung. Der peloponnesische Krieg führte zum Niedergang der Handelsmacht und zum Zusammenbruch des Keramikexports in die magna graecia. In der Folge bemühte man sich um Absatzmärkte im östlich gelegenen Schwarzmeergebiet. Auch wenn die verlorene Bedeutung nicht wieder erlangt werden konnte, so blieb Athen bis in die hellenistische Phase hinein eine wichtige Produktionsstätte feiner Keramik.
Von bester Qualität war der Wein aus Most, der bereits durch das Eigengewicht der Trauben anfiel bzw. durch leichtes Treten. Die Standardqualität kam aus der Presse. Tresterwein war wenig beliebt. Mosttreter mussten saubere, unverletzte Füße haben und stützten sich bei ihrer schweren Arbeit auf krückenartige Stöcke oder Halteseile. Columella empfiehlt die durchgängige Aufsicht des Patrons, damit keine Sauereien oder Diebstähle vorkämen.

Lakonische Keramik ist in ihrer eigenwilligen Art leicht zu erkennen. Sie besitzt wenige, aber eigenständige Formen, und ein tiefes Schwarz auf elfenbeinfarbenem Grund. In Erstaunen mag die Tatsache versetzen, dass lakonische Keramik auch exportiert wurde. Zeitgleiche Stücke aus Athen wirken weiter entwickelt. Doch gab es offenbar Liebhaber für den prägnanten, etwas altertümlich-traditionalistischen Stil.


Das antike Elis (Provinz Elis) liegt im Nordwesten der Peloponnes und breitet sich im weiten, fruchtbaren Schwemmland am Südufer des Peneios aus. Als Hauptstadt der Landschaft Elis und aus dem engen Bezug zu den panhellenischen Spielen im benachbarten Olympia kommt der Stadt Elis eine überragende Bedeutung zu. Keramische Ware aus Elis hat nie größere Bedeutung erlangt und ist bei einfachen Stücken schwer von anderen west-peloponnesischen Produkten zu unterscheiden. Für weitere Verwirrung sorgt das nicht einheitliche Rohmaterial. Elische Ware ist meist braun gebrannt und in der Firnis schwarz bis schwarzbraun dünn mit breitem Pinsel aufgetragen. Die Firnisqualität erreicht nie die Qualität attischer Stücke.Typische Produkte sind Lekythoi mit originellem Stempeldesign. Datiert werden sie zwischen 420 v.Chr. (British Museum) und 350 v.Chr. (Museum Olympia).
Vergoren wurde in den großen Dolia. Bereits vor der Gärung wurden diverse Mittel zugefügt, die den Wein verbessern sollten. Überliefert ist bei Columella ein Umrühren mit einem Reisigbesen während der Gärung. Tabus und gesetzliche Einschränkungen gab es nicht. Dies regte zu umfassenden Experimenten an. So ist davon auszugehen, dass zu den heute gebräuchlichen Techniken viele weitere bekannt waren.

Die Keramik aus Böotien ist von der geometrischen bis in die hellenistische Phase bekannt. Frühe böotische Keramik unterscheidet sich von attischer durch den stärkeren ostgriechischen Einfluss. Die schwarzfigurige Ware ist zwar bisweilen schwungvoll gemalt, besitzt jedoch nie die Prägnanz erstklassiger attischer Ware. Im Lauf des 6.Jht.v.Chr. kann man in Böotien der schnellen künstlerischen Entwicklung attischer Ware nichts entgegensetzen. Erst im späten 5.Jh.v.Chr. kommt es zu einer nennenswerten Produktion rotfigurig bemalter Ware. Im 6. und 5. Jh.v.Chr. wurden in Böotien Kantharoi in großer Zahlen hergestellt. Im nicht weit entfernten Athen ist bei der Form des Kantharos als Trinkgefäß einige Zurückhaltung zu beobachten. Diese Form war offenbar dem Weingott Dionysos zugeeignet.
Eine Spezialgruppe stellt die Kabirenkeramik aus der 2.Hälfte des 5.Jhs. dar. Es handelt sich um schwarzfigurige Malerei auf gelbem Ton mit meist parodistischem Sujet.

Griechische Keramik aus Sizilien zeigt anfangs wenig Ambitionen, es mit der eingeführten feinen Ware aus Korinth, Ionien und Athen aufzunehmen. Meist handelt es sich um einfache Pinseleien auf hellem Ton. Das ändert sich im späten 5.Jh.v.Chr. Aus dieser Zeit kommen rotfigurig bemalte Keramiken in derart enger Anlehnung an die zeitgenössische attische Ware, dass wohl mit Recht vermutet wurde, dass einige bei dem Desaster der Sizilienexpedition 413 v.Chr. gefangene/versklavte Keramiker aus Athen beteiligt waren. Hauptorte sind Syrakus und Himera. In der Folge enwickelt sich in Sizilien ein eigener Stil mit neuen Produktionszentren auf Lipari und im Ätnagebiet (Centuripe). Im vorgerückten 4.Jh.v.Chr. wird oft auf polychrome Effekte gesetzt. Auch im 3.Jh. wird mehrfarbig bemalte Keramik vor allem als Grabkeramik hergestellt. Große Lekaniden und Urnen bestimmen das Bild.

Im alten Lukanien, der Gegend südlich Kampaniens wurden zwischen 430 und 320 v.C. rotfigutig bemalte Vasen hergestellt. Es bestand immer eine enge stilistische Verbindung zu den Nachbargegenden, vor allem Sizilien und Paestum. Später suchte man die mehrfarbige Ware Apuliens zu kopieren. Als Produktionsorte sind Metaponto, Anzi und Armento bekannt. Wichtige Vasenmaler: Pisticcimaler, Kyklopenmaler, Amykosmaler, Brooklyn-Budapestmaler, Dolon, Kräusa, Roccanovamaler, Primatomaler

Große Teile der bemalten Keramik Lukaniens wurden als Grabbeigaben gefertigt. Der neue Vasentyp des Nestoris soll in Metaponto erfunden worden sein. Nach der Mitte des 4. Jh.v. geht die Qualität der lukanischen Vasen zurück. Um 320 endet die Produktion.

Kampanien: Nur geringe Mengen schwarzfiguriger Keramik ist auf uns gekommen, und auch das 5.Jh.v. bietet kein einheitliches Bild. Rotfigurige griechische Keramik stammt frühestens aus dem beginnenden 4.Jh.v.Chr. Nach Trendall stehen ausgewanderte sizilianische Keramiker am Beginn dieser Produktion. Abgesehen von dem Sonderfall Paestum kommen große Mengen aus dem Bereich Capua und Cumae. Frühhellenistisch sind die geritzten und bemalten Stücke aus Teano. Im weiteren Verlauf des 3.Jhs. wird die Qualität der einfachen Schwarzware immer dürftiger. Gleichwohl wurde diese Ware erfolgreich exportiert.

Rotfigurige Ware wurde in Apulien ab 430 v. hergestellt. Anfangs kopierten die Vasenmaler die allgegenwärtige attische Ware. Im ausgehenden 5.Jh.v.Chr. entwickelte sich ein eigenständiger Malstil. Wichtigstes Produktionszentrum war Tarent. Auch in Ruvo, Canosa und Egnatia wurde Keramik hergestellt. Einen großen Anteil der bemalten Keramik Apuliens entfällt auf speziell hergestellte Grabkeramik. Sie ist auf Grund der dargestellten Themen leicht zu identifizieren. Wichtige Vasenmaler: Maler des Tanzenden Mädchens von Berlin, Hearst-Maler, Sisyphosmaler, Ariadnemaler, Taporley-Maler, York-Maler, Eumenidenmaler, Dijon-Maler, Hoppin-Maler, Truro-Maler, Lecce-Maler, Sarpedon-Maler, Felton-Maler, Iliupersis, Unterweltmaler, White-Sakkos-Maler, Ganymed-Maler, Arpi-Maler Die Produktion rotfiguriger Ware endete im späten 4.Jh.v. Im 3.Jh.v. bestimmt schwarzgrundige Keramik mit aufgelegten Farben das Bild. Malerei in Weiß, Rot, Orange und Gelb sind verbreitet.

Keramik aus Kleinasien wird im Kontext griechischer Keramikerkunst nur als Randgebiet geführt. Dies liegt zum einen daran, dass die machtpolitische Entwicklung - Eroberung durch Lyder und Perser - viele Möglichkeiten beeinträchtigte, es liegt zum anderen aber auch an der beklagenswerten Art und Weise, wie vor Ort mit archäologischem Fundmaterial umgegangen wird. Die meisten Museen offenbaren eine unbekümmerte Ahnungslosigkeit, präzise Angaben sind rar, Keramik ohnehin offenbar uninteressant. Andererseits haben Rhodos und die Städte Ioniens über Jahrhunderte hinweg originelle und bisweilen hochwertige Stücke gefertigt. Diese sind eher in den großen Museen zwischen NY und Petersburg zu finden als vor Ort.

Wikipedia Wikipedia griechische Keramik Einführung Uni Köln MetMuseum Met Museum griechische Keramik greek pottery I griechische Keramik greek pottery II
Keramikformen Herstellungstechnik Produktionsstätten
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Weinkrüge Weinmischgefäße Wassergefäße
Amphoren Trinkhörner Askos
Ölgefäße Pyxiden Gießer und Sauger
Fischteller Knopfhenkelschale weitere griechische Keramikformen
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