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der Empfang griechische Tischsitten Opfer Tischsitten Weinkonsum die Unterhaltung
Kranz, Binden, Salböl der Fresskorb griechische Musik Hetairen
räuchern, Weihrauch Tischsitten der Service das Kottabosspiel griechische Sitten Komos

Griechische Tischsitten

Die Einladung, an einem Symposion teil zu nehmen basierte auf persönliche Bekanntschaft oder Gastfreundschaft. Kern war immer die Großfamilie. Es galt als selbstverständlich, alle männlichen Familien-mitglieder zuzulassen. Viele der weiteren Teilnehmer werden sich oft getroffen haben und waren in Freundschaft verbunden. Es ist ganz erstaunlich, wie viele Quellen vom Hinzuziehen Reisender berichten. Lag es an dem Gebot der Gastfreundschaft, lag es einfach an der Neugierde auf neue Gesichter und Berichte aus der Ferne, Reisende hatten ganz gute Chancen, bewirtet zu werden.

Gleichzeitig existierte so etwas wie eine partnerschaftliche Gastfreundschaft. Hier gab es einen Austausch über ganze Netzwerke weit verstreuter Familien, deren Mitglieder untereinander in Gastfreundschaft verbunden waren. Große Häuser hatten spezielle Gästequartiere. Es war meist festgelegt, was der Reisende zu bekommen hatte. Oft gab man am Anreise- und/oder Abreisetag zu seinen Ehren ein Symposion. Unter der Zeit, und diese konnte Wochen dauern, wurden meist Lebensmittel übergeben. Der Gast verköstigte sich selbst.

Über die Begrüßungsfloskeln ist wenig bekannt; sicher gab es Usancen.
Griechische Tischsitten legten auf Hygiene Wert: Unabdingbar waren saubere Hände und Füße, bevor man auf der Kline Platz nahm. Um das zu gewährleisten, waren Hand- und Fußwaschungen nötig.
Schon aus Platzgründen wird die Säuberung im Vorraum oder Hof erledigt worden sein. Es war wenig freudvolle Sklavenarbeit, den Gästen die bisweilen stark verschmutzen Schuhe auszuziehen und ihre Füße zu waschen. Es handelt sich bei Math.9.17 also um eine echte Demutsgeste, wenn Johannes über Jesus sagt: "Ich bin nicht würdig, ihm die Schuhe abzunehmen ..."

Für Fußwaschungen standen große Schalen aus Keramik oder Bronze bereit. Viele Darstellungen zeigen dreifüßige Untersätze, um den Wasch- vorgang zu erleichtern. Die Schuhe wurden meist in den Speisenraum (andron) mitgenommen. Dennoch konnte konnte es Verwicklungen geben ...
Witz vom Musiker Dorion, erzählt von Aristodemos: Der Musiker Dorion, der einen Klumpfuß hatte, verlor bei einem Gastmahl den Schuh von seinem behinderten Fuß, worauf er ausrief: "Ich wünsche dem Dieb weiter nichts Böses - möge ihm nur meine Sandale passen!"

Kein Symposium ohne Kopfputz! Kränze aus Blüten waren allgegenwärtig und bei Zechgelagen sine qua non. Man glaubte nämlich, Kränze würden helfen, die negativen Folgen übermäßigen Alkoholkonsums zu entschärfen. Waren jahreszeitlich bedingt kein frisches Grün möglich, behalf man sich mit Trockenblumen und Bändern. Bevor das Tinkgelage begann, wurde man gesalbt und bekränzt. Die Blumenkränze wurden oft mit duftenden Ölen besprängt.
Myrthen- und Rosenkränze standen im Ruf, die negative Wirkung des Weins zu unterdrücken. Thänie - wollene, buntgefärbe Binde. Altäre, Opfertiere, Grabmäler wurden zur Weihe damit geschmückt.
Festteilnehmer schmückten sich mit einer Symposiastenbinde oft am Kopf. Diese war Ersatz oder Ergänzung zum Kranz.
In der Antike herrschte ein heute kaum mehr nachvollziehbares Bedürfnis, sich ständig mit Salböl einzuschmieren. Die eingewanderten griechischen Stämme haben den Brauch, sich mehrmals täglich einzuölen aus Ägypten und Vorderasien über nommen. Probates Mittel hierfür war das lokale Olivenöl, konservative Spartanerinnen sollen dafür jedoch noch zu Alexanders Zeiten Butter verwendet haben. Im klassischen Griechenland war nach jeder Waschung die Salbung üblich. Waren Haut oder Haare trocken, galt man als ungepflegt und schmutzig.

Wie kam es zum Liegen auf Klinen? Essen und Trinken im Liegen sind für uns heute fremd und erklärungsbedürftig. Es zeigt sich jedoch, dass die Entwicklung zu Klinenanlagen eine konsequente war. Begonnen hatte es damit, dass Männergelage auf dem Boden stattfanden. Teppiche, Decken und Kissen sorgten für eine ausreichende Bequemlichkeit. Die Körperhaltung war dabei weniger eine aufrecht sitzende (Schneidersitz), sondern halb sitzend, halb liegend. Der Oberkörper war mit 60 - 75° aufgerichtet, die Beine wurden seitlich ausgestreckt, das rechte bisweilen angezogen. Wie Vasenbilder zeigen, gab es derartige Gelage bis ins 5.Jh.v.Chr. Im 8. oder frühen 7. Jh.v.Chr. begann man, die Ebene, worauf man lag, anzuheben. Dies war in kühler Jahreszeit vom Raumklima her vorteilhaft und verbesserte durch die Bespannung der Liegen den Komfort. Die Körperhaltung der Beteiligten änderte sich dadurch nicht.

Wer es ausprobiert hat, weiß es: Im Liegen isst es sich anders. Gelagert auf die linke Seite/Schulter hat man nur den rechten Arm frei beweglich. Völlig unmöglich, ein Steak mit Messer und Gabel zu zersäbeln! Auf Klinen speisend ist man abhängig vom Service. Die Speisen müssen in mundgerechten Stücken serviert werden. Der Weinkrug befindet sich außer Reichweite etc. Von allen Gerichten gab es nur eine gewisse Menge, beispielsweise eine Servierschale voll. Meist ging die Schale bei Hausherr und Ehrengast beginnend im Uhrzeigersinn reihum. Wenn sich einzelne Gäste über Gebühr bedienten, bestand die Gefahr, dass die "billigen Plätze" leer ausgingen. So wurde der Verlauf gerade bei Leckerbissen mit Argusaugen beobachtet.

Das klassische Griechenland kannte noch kein Besteck. Man aß mit den Fingern. Entgegen der volkstümlichen Vorstellung von Schwelgern mit vom Fett triefenden Gesichtern und Händen galten strenge Speiseregeln. Mit den penibel gesäuberten Händen hielt man links das Brot (sitos) und fasste mit der Rechten zum Tisch zur Zuspeise (opson) bestehend aus Fisch, Fleisch und/oder Gemüse. Ein vorsichtiges und mäßiges Zugreifen mit den Fingerspitzen galt als Zeichen guter Tischmanieren.
Diese sitos-opson Teilung wurde laut Plutarch bereits den Kindern beigebracht und beruhte vielleicht auf die noch wichtigere Trennung von Nahrung und Exkrementen.

Griechische Keramik aus Sizilien zeigt anfangs wenig Ambitionen, es mit der eingeführten feinen Ware aus Korinth, Ionien und Athen aufzunehmen. Meist handelt es sich um einfache Pinseleien auf hellem Ton. Das ändert sich im späten 5.Jh.v.Chr. Aus dieser Zeit kommen rotfigurig bemalte Keramiken in derart enger Anlehnung an die zeitgenössische attische Ware, dass wohl mit Recht vermutet wurde, dass einige bei dem Desaster der Sizilienexpedition 413 v.Chr. gefangene/versklavte Keramiker aus Athen beteiligt waren. Hauptorte sind Syrakus und Himera. In der Folge enwickelt sich in Sizilien ein eigener Stil mit neuen Produktionszentren auf Lipari und im Ätnagebiet (Centuripe). Im vorgerückten 4.Jh.v.Chr. wird oft auf polychrome Effekte gesetzt. Auch im 3.Jh. wird mehrfarbig bemalte Keramik vor allem als Grabkeramik hergestellt. Große Lekaniden und Urnen bestimmen das Bild.

Dem abendlichen Mahl (deipnon) schloss sich das Zech- gelage (potos) an. Griechische Männer lagen einzeln oder paarweise auf Klinen, tranken, musizierten oder diskutierten. Im Vordergrund stand meist der Weinkonsum. Dieser unterlag einem genauen Reglement. Besonders in der achaischen und klassischen Phase war der religiöse Bezug bedeutend. Im Rausch wähnte man sich dem Gott Dionysos nahe, glaubte bisweilen sogar selbst, göttliche Eigenschaften zu verspüren.
Dionysos, der Feiernden Gott, ist bei Homer noch nicht auf dem Olymp der Götter angekommen. Homer kennt das Symposion noch nicht. Weder wird bei ihm zwischen Essen und Trinken geschieden, noch liegen die Gäste auf Klinen, sitzen vielmehr auf Stühlen. Die Anwesenheit von (ehrbaren) Frauen ist noch nicht ausgeschlossen. Die Unterhaltung liefert nicht der Gast, sondern der bestellte Sänger. " ... dass sie schmausen die Häuser hindurch und lauschen dem Sänger, sitzend in Reihen die Wände entlang. Und es brechen die Tische voll von Fleisch und von Brot, und immer bereit in den Krügen schöpft der Mundschenk Wein und teilt ihn aus in die Becher ..." Manchmal waren Hetären anwesend, auch Unterhaltungskünstler sind überliefert. Meist wird die Männerrunde jedoch unter sich gewesen sein.
Wer nicht zum Trinken bleiben will, verlässt nach dem Essen den Saal. Wasser wird gereicht, die Gäste reinigen sich die Hände. Parfums und Kränze werden gebracht. Man salbt sich und ziert sich das Haupt. Es sind Kränze aus Blumen und Myrten oder auch aus Efeu, dem heiligen Laub des Dionysos. Diese Kränze trug man nicht nur ums Haupt, sondern auch um den Hals. Neben Kränzen schmückt das Haupt häufig auch eine bunte, rote Wollbinde, eine Tänie. Auch die Becher werden bekränzt. Die Tische werden wieder hereingetragen und der Wein ist in den Mischkrügen mit Wasser gemischt worden. Nun wird eingeschenkt. Aus jedem der drei ersten Mischkrüge wird eine Spende dargebracht, das heißt gemischter Wein aus der Trinkschale hingeschleudert. Die Spende aus dem ersten Krug gilt gewöhnlich den himmlischen Göttern, die zweite den "Geistern" (Heroen), die dritte Spende Zeus dem Retter. Es ist üblich, dass zu diesen Spenden unter Flötenbegleitung von allen der Paian (uralter Heilsgesang) gesungen wird.

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